Mein Name ist Ruth

Herzlich willkommen bei “Gesund alt werden”!

Mein Name ist Ruth Niederkofler und ich bin diplomierte Gesundheitstrainerin und staatlich geprüfte Fit-Instruktorin (Österreich). Es ist noch zu prüfen, ob meine Diplome in Südtirol/Italien anerkannt werden. Auf jeden Fall werde ich mein Wissen für alle Interessierten auf dieser Seite zur Verfügung stellen.

Seit über 25 Jahren arbeite ich mit alten und kranken Menschen. Während meiner berufsbegleitenden Ausbildung als Sozialbetreuerin, habe ich selbst erstmals verstanden, wie die sogenannten “Zivilisationskrankheiten” entstehen. Durch meine Arbeit im Hauspflegedienst, habe ich täglich mit solchen Negativbeispielen zu tun und wollte in erste Linie für mich persönlich verstehen, wie ich die verschieden Krankheiten und Gebrechen gar nicht erst entstehen lassen kann. Ich wurde von vielen Bekannten angesprochen, warum ich mir in meinem Alter noch einmal so einen Ausbildungsmarathon antue?

Lernen Sie mich kennen!

Es war einmal… eine ganz normale, einfache Familie in Bruneck/Aufhofen. Da gab es Vati und Mutti, meinen Bruder Markus und seit dem 25.10.1970 auch noch mich. Ich verbrachte eine unbekümmerte Kindheit, solange mein Vater nicht unter Alkoholeinfluss randalierte. Viel frische Luft, spielen im Freien, Abenteuer im Wald mit aufgeschürftem Knie und dreckverschmierten Gesicht. Ich durfte richtig Kind sein.

Die Schulzeit war dann anders. Da meine Familie mit bescheidenen finanziellen Mitteln auskommen musste, trug ich fast ausschließlich gebrauchte, umgeänderte Kleider und wurde dafür gehänselt. Ganz schlimm wurde es für mich später, als meine Figur immer rundere und weiblichere Formen annahm. Wegen meiner früh entwickelten Brust wurde ich Milchkuh, Sennerei usw. gerufen, was mich sehr verletzt hat. Heute würde man wohl von Mobbing sprechen.

Das war auch die Zeit, als ich die Zigaretten und den Alkohol für mich entdeckte. Indem ich rauchte, hob ich mich irgendwie von meinen Kritikerinnen ab, die meist Töchter aus „besserem Haus“ waren. Während dieser Phase erzählte mir meine Mutter, dass ich für meinen Vater kein Wunschkind war und er in mir einen „übrigen Fresser“ sah. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich auch meine ersten Selbstmordgedanken und bin bis heute noch nie richtig mit der Ablehnung durch den Vater fertig geworden.

Nach der Mittelschule besuchte ich die Schnitzschule in St. Jakob und hätte danach gerne noch die Kunstakademie in Florenz besucht, aber mein Vater sah die Notwendigkeit nicht, wozu eine Tochter überhaupt studieren sollte. Ich jobbte mal da, mal dort und führte anschließend sieben Jahre den Haushalt bei einem älteren Ehepaar aus Deutschland, was sich im Nachhinein als sehr gute Lebensschule in Sachen „Allgemeinbildung“ herausstellte.

Fünfzehnjährig habe ich meinen späteren Ehemann (heute Ex-Mann) kennengelernt und bereits mit 20 geheiratet. Ich wäre gern gleich nach der Hochzeit Mama geworden, doch die niederschmetternde Diagnose war, dass ich auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen konnte. Ein gewaltiger Faustschlag gegen meine Vorstellung von „Frau sein“.

Alkohol begleitete mich schon mein ganzes Leben. In meiner Familie war es immer üblich, dass alkoholische Getränke angeboten wurden, wenn Besuch kam. Die Männer tranken Wein oder Bier und die Frauen meist Eierlikör oder selbstgemachten Heidelbeerschnaps. Uns Kindern wurde dadurch vorgelebt, dass Alkohol zum Erwachsensein dazu gehört. Als ich anfing abends auszugehen, machte ich bald die Erfahrung, dass ich, als eher schüchterne junge Frau, durch die Wirkung vom Alkohol, lockerer, gesprächiger und mutiger wurde. Was jedoch nicht immer ein Vorteil war. Ich entwickelte mich zu einer Rauschtrinkerin, was so viel bedeutete, dass ich – sobald ich anfing Alkohol zu konsumieren – nicht mehr aufhören konnte zu trinken, bis ich nicht sternhagelvoll war. Dies beschränkte sich in diesem Stadium noch auf die Wochenenden.

Mit 27 wollte ich unbedingt die Matura nachholen und habe deshalb wieder die Schulbank gedrückt, diesmal in der Grödner Kunstschule. Im September 1997 begann der Unterricht und im August 1998 kam meine Tochter Elisa zur Welt. Für mich die größte Freude der Welt! Im April 2000 wurde mir Philipp geschenkt und im Juli 2001 erblickte meine 2. Tochter als schwerstbehindertes Frühchen das Licht der Welt. Annabell verlies jedoch noch am Tag ihrer Geburt diese Welt wieder als Engelchen.

Meine Kinder waren und sind die größten Geschenke in meinem Leben, meine Ehe war für mich jedoch die Hölle. Nach Annabells Verlust suchte ich mehr und mehr Trost und Vergessen im Alkohol. Ich versuchte, mir meine Ehe schön zu trinken, wollte mir Mut fürs Leben antrinken, wollte mich nicht mehr spüren, wollte mich einfach von dieser Welt wegbeamen, was natürlich nicht funktionierte. Es war wie ein Teufelskreis.

Nach meinem zweiten Selbstmordversuch 2005 verbrachte ich drei Tage in der psychiatrischen Abteilung im Brunecker Krankenhaus. Dort lernte ich Frau Dr. Marion v. Sölder, Primarin vom Dienst für Abhängigkeitserkrankungen kennen. Nach einigen intensiven Gesprächen kehrte mein Lebenswille wieder zurück und ich stimmte einem Therapieaufenthalt in “Bad Bachgart“, einem Heilzentrum für psychische Erkrankungen in Rodeneck zu. Ich fühlte mich dort vom ersten Augenblick an wohl, getragen und gut aufgehoben. Nach zehn Wochen Therapie, auf die ich mich voll und ganz einlassen konnte, wurde ich nach Hause entlassen.

Der schwierigste Teil des Entzugs begann jetzt:
Denn auf einmal war ich völlig alleine zu Hause. Außerhalb des geschützten Rahmens der Therapieeinrichtung. Ohne den täglichen gegenseitigen Zuspruch der anderen Patienten und ohne die ständige Anwesenheit von Fachpersonal.
Alles das hat es für mich wesentlich einfacher gemacht und ohne diese vielen Stützen kam ich mir plötzlich recht verloren vor. Aber ich blieb trotzdem stark.

Der Glaube an mich selbst, dass ich es schaffe abstinent zu bleiben, war aber zunächst verschwindend gering. Jeden Morgen schickte ich ein Stoßgebet zum Himmel, mit der Bitte um genügend Kraft und Durchhaltevermögen und abends dann ein großes Dankeschön für jeden gewonnenen Tag. Ich traute mich anfangs überhaupt nur einen einzigen Tag im Voraus an die Zukunft zu denken. Diesen Gedanken, nie wieder in meinem Leben Alkohol zu trinken, konnte und wollte ich anfangs nicht zulassen. Das erschien mir zunächst völlig unmöglich. Heute bin ich allerdings einfach nur noch dankbar, dass ich diese Droge nicht mehr brauche.

Mein Leben. Mein Weg. Meine Fehler. Meine Lektionen. Meine Entscheidungen.

Im Jahr 2006 bekam ich eine Stelle als Pflegehelferin im Hauspflegedienst in Bruneck. Von 2007 – 2010 absolvierte ich die berufsbegleitende Ausbildung zur Sozialbetreuerin an der Landesfachschule für Sozialberufe „Hannah Arendt“ in Bozen. Während dieser Ausbildung wurde mir selbst erstmalig richtig bewusst, wie unsere sogenannten Zivilisationskrankheiten entstehen. Durch die vielen Negativbeispiele, mit denen ich täglich in Berührung komme, suchte ich für mich persönlich eine Möglichkeit, gesund alt zu werden. Ich erfuhr von einer berufsbegleitenden Ausbildung zur diplomierten Gesundheitstrainerin und staatlich geprüften Fit-Instruktorin, was von den Tirol-Kliniken in Innsbruck angeboten wurde und ich setzte mich erneut in die Schulbank.

In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Menschen habe ich erkannt, wie wenig eigentlich über die Entstehung von Krankheiten bekannt ist. Deshalb habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, über meine Facebook Seite „Gesund alt werden“ Tipps und Hinweise für jeden Interessierten zu geben, der den Weg, gesund alt zu werden oder lange zu jung bleiben, einschlagen möchte. In unserem Gesundheitssystem gibt es leider schon jetzt das sogenannte „Zwei-Klassen-System“ und viele werden es sich bald überhaupt nicht mehr leisten können, krank zu werden. Deshalb muss in der Bevölkerung vermehrt das Bewusstsein geschaffen werden, Verantwortung für sich und die eigene Gesundheit zu übernehmen, denn: „Vorbeugen ist klüger (und billiger) als behandeln!“

Ausbildung und Diplome

„Und plötzlich weißt du: es ist Zeit etwas neues zu beginnen und
den Zauber des Anfangs zu vertrauen.“

Ruth Niederkofler